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Ihr Auto spioniert Sie aus, wussten Sie das schon?

Lesen Sie dazu auch den Bericht "Sicher&Mobil - Spion im Cabrio" in der ADAC-Motorwelt vom Juli 2014.

Unsere Autos spionieren uns aus! Warum und wie?

Warum: In den USA gab es mehrere Willkür-Urteile gegen ausländische Autokonzerne, vor allem besonders absurde gegen Toyota und Audi. Im Urteil gegen Toyota wurde einer Hausfrau geglaubt, welche offenbar das Brems- mit dem Gaspedal verwechselt hatte und darauf beharrte, alles richtig gemacht zu haben. In der ersten Verhandlung unterstellte das Gericht der Automarke Toyota einen sporadisch auftretenden Konstruktionsfehler (Beschleunigung beim Bremsen)  und verlangte eine Schadenersatzzahlung in mehrstelliger Millionenhöhe. Der Image-Schaden, den Toyota, wie auch Audi dadurch in den USA erlitten, war indes noch erheblich kostspieliger. (Urteil gegen Toyota, dessen Fahrzeuge - nach US-Presseberichten - angeblich manchmal beim Betätigen der Bremse beschleunigen". In der Urteilsbegründung liest sich das etwas anders als offiziell verkündet. Dort ist der "Konstruktionsfehler" ein klemmendes Gaspedal, welches in Vollgas-Stellung festhakt; Aber auch diese These lies sich nicht halten.)

Um sich bei Unfällen oder Materialschäden, die durch Fehlverhalten des Fahrers verursacht werden, gegenüber ungerechtfertigten Forderungen und gegen Rufschädigungen besser verteidigen zu können, aber auch um tatsächliche konstruktionsbedingte Fehler zu analysieren und um umfassendes Datenmaterial über Fahrverhalten, Pannen und Unfälle zu bekommen, werden seit einigen Jahren von den Fahrzeugen Daten an die jeweiligen Hersteller übermittelt.

Wie: Das passiert über das Internet und ist teilweise auch im Sinne der Autofahrer, da z.B. viele hochpreisigen PKW bei einem Unfall oder einer Panne selbsttätig den Hersteller verständigen und Ersatzteile ordern. Der normale Autokäufer wird auch davor geschützt, einen Aufpreis für sein Fahrzeug für das Fehlverhalten einzelner überforderter Autofahrer zahlen zu müssen.

Dumm nur, das kein Autofahrer darüber informiert ist, was an Daten über Ihn bzw. seine Autofahrten, seinen Fahrstil und sein Bewegungsprofil gespeichert wird.

Dumm auch, dass der Autokäufer das weder erlauben noch verhindern kann und auch keine Möglichkeit hat sich darüber zu informieren. Verstößt das nicht eklatant gegen Datenschutzgesetzte? Ja - eindeutig! Aber Automobilkonzerne haben - speziell in Deutschland - kaum etwas zu befürchten, wahrscheinlich auch keine Auflagen des Gesetzgebers den Datenschutz und das damit verbundene Menschenrecht auf informelle Selbstbestimmung und Privatheit einzuhalten. Schließlich dürfen unsere Behörden (die Meldeämter) auch unsere privaten Daten ohne unser Wissen an Adresshändler verkaufen, welche diese wiederum an jeden verkaufen, der dafür zahlt.

Dumm natürlich auch, dass die NSA und andere Geheimdienste die Server-Festplatten der europäischen und asiatischen Autokonzerne auslesen und die Daten auswerten und speichern. Gut geschützte Konstruktionsdaten und Patente, aber auch unsere weniger abgeschirmten Bewegungsprofile und Informationen über unseren Fahrstil, der einiges über uns aussagt.